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Zum Wurdalak

Einführung der Rezension von W. Schuster:

Völlig zu Recht bezeichnet die Übersetzerin Stéphanie Queyrol dieses Werk als „kleinen, ungeschliffenen Diamanten“. Bei allen „Fehlern“ wird man die 45 Seiten dieser um 1840 entstandenen Erzählung atemlos verschlingen, – selbst wenn man schon viele Vampirgeschichten gelesen oder gesehen hat.


Das Buch besteht aus Vorwort, der Erzählung und Erläuterungen, beides sowohl in deutsch als auch französisch. Auf Grund der o.g. Vorgeschichte des Klassikers nicht die schlechteste Idee. Zumal in den verschiedenen Übersetzungen zumeist (zeitliche) Anpassungen vorgenommen und hier auch die logischen Fehler bewusst übernommen wurden.
Ich will die Arbeit der Übersetzung nicht schmälern (wer die Erzählung noch nicht kennen sollte: unbedingt lesen!), doch besonders sind die umfangreichen 'Erläuterungen' hervorzuheben. Darin berichtet die Übersetzerin von ihrer umfangreichen Recherche zum Werk. Neben den wahrscheinlichsten hinstorischen und literarischen Einflüssen auf die Vampirgeschichte Tolstois, setzt sie sich auch mit den Widersprüchen in der zeitlichen Abfolge der Erzählung auseinander, die um so erstaunlicher sind, als A.K. Tolstoi ansonsten für seine peinlich genaue Akribie bekannt ist. Eine Frage, die wohl niemals mehr abschließend beantwortet werden kann, stellt sich nun: Wollte der Dichter selbst die Erzählung niemals veröffentlichen?